Meisner-Technik

Die Meisner Technik als Schauspieltraining

Bei der Meisner-Technik handelt es sich um ein Schauspieltraining, das sowohl für die Bühne als auch für das Spiel vor der Kamera geeignet ist und das ermöglicht, eigenverantwortlich Rollen vorzubereiten und zu erarbeiten, ohne an Spontaneität zu verlieren.
Die Klarheit der Handlung, die Wirklichkeit des Tuns und ein befreites, kreatives, spontanes Spiel stehen im Mittelpunkt der Meisner-Technik. Durch klar definierte Übungsschritte eröffnet sich den Akteuren Schritt für Schritt die Welt der dramatischen Handlung in ihrer simplen und spezifischen Qualität. Von der ersten grundlegenden Übung der Meisner- Technik, der „Repetition“ über darauf aufbauende Übungsschritte („activity“ und „knock at the door“, „emotional preparation“) erlernt man in Zweierübungen das essentielle Grundverständnis zum Handeln in einer dramatischen Situation.
Das wahrhaftige Erleben unter vorgestellten Umständen, die Vereinbarkeit von Phantasie und Präsenz im Augenblick werden durch vielfache Wiederholung konditioniert, damit sie dem/der Schauspieler*in zur zweiten Natur werden. Die intensive Wahrnehmung des Spielpartners, Konfliktfähigkeit, Imaginationskraft, die Folgerichtigkeit der Handlung, Transparenz und emotionale Offenheit sind Ergebnis dieser intensiven Auseinandersetzung.
Weiterführende Übungen der Meisner-Technik schärfen das Bewusstsein für Konfliktpotentiale im dramatischen Sinne. Die Unvereinbarkeit zweier gleichberechtigter Interessen bildet die Grundlage dramatischer Szenen. Das fordert von den Handelnden schlussendlich Entscheidungsfähigkeit. Um eine lebendige, glaubhafte Darstellung zu erreichen, nicht zuletzt in Szenen dramatischer Höhepunkte, muss der Schauspieler sein Handlungsspektrum erweitern und seine Entscheidungsfähigkeit trainieren.

Meisner Training und die „persönliche Wahrheit“

„Ein wahrhaftiger, kreativer, herausfordernder Schauspieler muss die Verbindung zur Intuition/zum Herzen herstellen können und sich darin üben, diese/s sprechen zu lassen.
Ausgehend von meinem persönlichen Standpunkt kann ich entscheiden, wie ich die Figur spiele, die im jeweiligen Drama beschrieben ist. Wenn ich eine Haltung besitze, kann ich eine gegenteilige provozieren oder mich von einem anderen überzeugen lassen. Wenn ich eine persönliche Sicht auf die Handlung eines Dramas entwickle, auf deren Figuren und ihre Konstellation, kann ich meine persönliche Arbeit an der Figur innerhalb der Szene lebendig werden lassen. Nur wenn ich mir die Mühe mache, mir über meine persönlichen Wahrheiten klar zu werden und das Risiko eingehe diese preiszugeben, kann ich in meiner schauspielerischen Arbeit gewinnen.“
„Meinser Technik – Phantasie und Präsenz“ – Ursula Renneke

Doch was ist „meine persönliche Wahrheit“? In einer komplexen Realität sind wir mit dieser Frage um so mehr konfrontiert und überfordert. Die Meisner-Technik trainiert angehende und professionelle Schauspieler darin ihre persönlichen Wahrheiten kennenzulernen, zu ergründen und sie preisgeben zu können.

Die Übungsschritte werden in modernen und klassischen Szenenarbeiten überprüft und auf die unterschiedlichen Genres und Epochen angewendet.

„So wie keine Person der anderen gleicht, so wenig ist eine universelle Regel auf zwei Schauspieler in der gleichen Weise anwendbar. (…) Die Art und Weise, wie ich unterrichte, wird bestimmt von der schrittweisen Entwicklung jedes einzelnen Studenten.“
Sanford Meisner im Vorwort zu dem Buch „Sanford Meisner on Acting“

Meisner-Technik-Lehrerin: Ursula Renneke

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